Tim Lebbon – Alien: Out of the Shadows

Alien: Out of the Shadows ist ein Titel der auch direkt aus der Hölle stammen könnte. Viel zu viele Worte, alle irgendwie nichts sagen, weswegen das Buch auch über ein Jahr an mir vorbei gezogen ist. Und das obwohl das Alien Franchise in den letzten Jahre mit Aliens vs. Predator (2010), Aliens: Colonial Marines (2013) und Alien: Isolation (2014) neue Aufmerksamkeit bekommen hat. Zum Teil sehr negativ (A:CM), im Falle von A:I aber auch sehr positiv.

Worum gehts? Aliens. Hier war keine Überraschung zu erwarten, auch ist vieles der Handlung bereits zu Beginn klar. Der Cast ist gut sichtbar aufgeteilt in “Ihr kommt bis zum Ende, aber schafft es nicht” und “Ihr habt so gar keine Chance”. Es hat trotzdem Spaß gemacht den Entwicklungen und damit dem Handlungsstrang zu folgen. Ein großer Vorteil für Quereinsteiger dürfte dann die Tatsache sein, das man keine Ahnung von Alien haben muss. Alles relevante wird im Buch offen gelegt, da man wieder mal eine Truppe an unerfahrenen um sich hat.

Und das ist auch schon eines der Probleme des Buches: Wer die Filme, Bücher oder Spiele der Franchises Alien, Predator oder Alien vs. Predator kennt, findet zu viele Wiederholungen zu bereits bekannt Handlungssträngen. Die absolute Ahnungslosigkeit, die panische Angst, das mangelnde Vertrauen in Ripley, alles alt und bekannt. Und weil wir schon bei Ripley sind. So sehr ich den Charakter in den Alien / Aliens Filmen mag, so anstrengend finde ich ihn in dem Buch. Die Schuldgefühle bezüglich ihrer Tochter Amanda sind schon sinnig und schlüssig, ich brauche sie aber nicht alle paar Seiten erneut lesen. Das wird eben anstrengend. Abwechselnd mit Ripleys nerviger, aber unabsichtlicher schlechten Mutterrolle haben wir mit  Hooper das männliche Gegenstück, das freiwillig Frau und Kinder im Stich gelassen hat.

Im Verlauf der Handlung erfährt man dann ein bisschen mehr über den Planeten LV178, die Minenarbeiten und bekommt auch genug Aliens zu Gesicht. Leider wird hier auch nichts neues geboten. Keine weiteren Informationen über die Aliens, deren Herkunft oder sonstiges.

Es ist ganz cool und spaßig zu sehen was mit Ripley zwischen Alien und Aliens passiert ist und wird hier auch packend präsentiert. Die Entwicklung Ripleys innerhalb des Canons wird durch das Buch klarer gezeichnet und ist am Ende des Tages auch sinniger als es für mich bisher der Fall war. Für Franchise-Fans oder Leute die einfach nur Bock auf eine unterhaltsame SciFi-Geschichte haben kann man eine Empfehlung aussprechen. Es gehört definitiv zu den besseren Bücher die Franchises angehören.

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Jeff Noon – Pixel Juice

Pixel Juice ist eine Ansammlung unterschiedlicher, fiktiver Kurzgeschichten von Jeff Noon. Muss man den Autor kennen? Bis ich das Buch hier gelesen hatte, wusste ich auch nicht wer es ist, daher vielleicht eine sehr kurze Einführung.

Jeff Noon ist ein britischer Autor der fiktive Bücher über eine mögliche Zukunft schreibt. Vor Pixel Juice hat er u.a. Vurt und Automated Alice geschrieben. Themen dieser beiden Bücher findet ihr auch in Pixel Juice wieder, weswegen es einen sehr guten Einstieg in die Welt(en) von Noon bietet.

Die Kurzgeschichten schwanken etwas in der Qualität, ist natürlich schade, aber bei der Vielzahl, 50 an der Zahl, wundert das am Ende nicht. Man darf nicht vergessen: Pixel Juice ist von 1998. Viele Ideen und Konzepte die heute unseren Alltag beeinflussen oder in der nahen Zukunft ein Problem darstellen werden, sind hier bereits umrissen. Es geht um Drogenkonsum, alternative Datenspeicher, den Einfluss von Elektronik auf unser Leben, die Verrohung der Gesellschaft und die Abgrenzung von andersartigen. Um nicht zu viel zu verraten reiße ich nur kurz ein paar Geschichten an, ein bisschen Teasing muss ja sein!

Junior Pimp handelt von einem 10-jährigen der, nunja, ein Pimp ist, also ein Zuhälter ohne zu Wissen was Sex wirklich ist. Aber er macht es, weil die Gesellschaft in der er lebt mittlerweile etwas verroht ist.

Tweedles erzählt die Geschichte von Klonen die wie Puppen sind und wie Geschwister für Kinder sein sollen. Dafür braucht nur ein bisschen DNA der Kids und schon geht der Spaß los.

Meine Lieblingsgeschichte ist aber Chromsoft Mirrors (V.4.2.). Es geht um ein Betriebsystem und Probleme die Menschen heute auch schon haben: Wie schalte ich ab? Die Antwort in dem Buch ist besorgniserregend und trotzdem beeindruckend. It’s a feature, not a bug.

Es ist eine sehr rohe Welt, an einigen Stellen gibt es Überschneidungen oder Berührungspunkte zwischen den Geschichten. Alle Handlungen spielen rund um oder in Manchester selbst, was auch zur Schreibweise und den Formulierungen des Autors passt, da diese schon sehr britisch sind. Wer Spaß an Konzepten und Ideen hat und auch ein Auge auf das aktuelle Zeitgeschehen hat wird viele parallelen erkennen. Man kann das Buch jedem ans Herz legen, schon alleine weil man dadurch doch ein bisschen zum Nachdenken animiert wird.

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