Jeff Noon – Pixel Juice

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Pixel Juice ist eine Ansammlung unterschiedlicher, fiktiver Kurzgeschichten von Jeff Noon. Muss man den Autor kennen? Bis ich das Buch hier gelesen hatte, wusste ich auch nicht wer es ist, daher vielleicht eine sehr kurze Einführung.

Jeff Noon ist ein britischer Autor der fiktive Bücher über eine mögliche Zukunft schreibt. Vor Pixel Juice hat er u.a. Vurt und Automated Alice geschrieben. Themen dieser beiden Bücher findet ihr auch in Pixel Juice wieder, weswegen es einen sehr guten Einstieg in die Welt(en) von Noon bietet.

Die Kurzgeschichten schwanken etwas in der Qualität, ist natürlich schade, aber bei der Vielzahl, 50 an der Zahl, wundert das am Ende nicht. Man darf nicht vergessen: Pixel Juice ist von 1998. Viele Ideen und Konzepte die heute unseren Alltag beeinflussen oder in der nahen Zukunft ein Problem darstellen werden, sind hier bereits umrissen. Es geht um Drogenkonsum, alternative Datenspeicher, den Einfluss von Elektronik auf unser Leben, die Verrohung der Gesellschaft und die Abgrenzung von andersartigen. Um nicht zu viel zu verraten reiße ich nur kurz ein paar Geschichten an, ein bisschen Teasing muss ja sein!

Junior Pimp handelt von einem 10-jährigen der, nunja, ein Pimp ist, also ein Zuhälter ohne zu Wissen was Sex wirklich ist. Aber er macht es, weil die Gesellschaft in der er lebt mittlerweile etwas verroht ist.

Tweedles erzählt die Geschichte von Klonen die wie Puppen sind und wie Geschwister für Kinder sein sollen. Dafür braucht nur ein bisschen DNA der Kids und schon geht der Spaß los.

Meine Lieblingsgeschichte ist aber Chromsoft Mirrors (V.4.2.). Es geht um ein Betriebsystem und Probleme die Menschen heute auch schon haben: Wie schalte ich ab? Die Antwort in dem Buch ist besorgniserregend und trotzdem beeindruckend. It’s a feature, not a bug.

Es ist eine sehr rohe Welt, an einigen Stellen gibt es Überschneidungen oder Berührungspunkte zwischen den Geschichten. Alle Handlungen spielen rund um oder in Manchester selbst, was auch zur Schreibweise und den Formulierungen des Autors passt, da diese schon sehr britisch sind. Wer Spaß an Konzepten und Ideen hat und auch ein Auge auf das aktuelle Zeitgeschehen hat wird viele parallelen erkennen. Man kann das Buch jedem ans Herz legen, schon alleine weil man dadurch doch ein bisschen zum Nachdenken animiert wird.

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